Buchvorstellung: Heart.Beat.Love.

Heart Beat LOveHeart.Beat.Love.

James Patterson

317 Seiten

dtv Verlag

ISBN: 978-3-423-76107-9

 

Axi und ihr bester Freund Robinson schwänzen die Schule und machen sich spontan auf einen Road Trip zwischen der West- und Ostküste der USA. Sie haben nur ein bisschen gespartes Geld in der Tasche und Axis Plan, an dem sie sich entlang hangeln.

Ich muss gleich vorwegschicken, dass ich von dem Buch nicht bekommen habe, was ich erwartet habe. Manchmal kann dies auch überraschend positiv sein, in diesem Fall war es das für mich nicht. Erwartet habe ich ein leichtes Sommerbuch über zwei Jugendliche, die in ihrem Leben familiäre Probleme hatten, einiges durchgemacht haben und jetzt spontan ihrem Leben für einen Sommer entfliehen wollen, verrückte Dinge tun und sich Wünsche erfüllen wollen. Bekommen habe ich eine endlos aneinander gereihte Serie von unsinnigen Kriminaltaten in der ersten Hälfte des Buches und nach der krassen Wendung eine schlimme Krankheitsgeschichte in der zweiten Hälfte des Romans.

Der Fokus liegt hier ganz und gar nicht auf einem Road Trip, er ist nur der schwache Versuch einer Einleitung für den Teil, der danach kommt. Es ist nicht so, dass mich der zweite Teil nicht berührt hätte und er nicht gut geschrieben wäre, aber er war für mich deplatziert und unerwartet und zu dominant. Ich kann auch nicht verstehen, warum die beiden einen Diebstahl und Einbruch nach einander durchführen müssen auf ihrem Weg und dann auch nach die Staatsgewalt bedrohen. Was mich noch mehr gestört hat war, dass sie dabei dann noch nicht einmal dabei wirklich erwischt oder gestoppt werden und fast bis zum Ende damit durchkommen. Absolut unrealistisch und unnötig für die Geschichte. Leider wurden die Zwischenstopps auf ihrer Reise ebenfalls nur kurz und emotionslos abgehandelt, da habe ich mir ebenfalls etwas mehr Tiefgang gewünscht. Der Tiefgang kam dann zwar in der zweiten Hälfte, aber hinter einem ganz anderen Hintergrund.

Ich kann zu diesem Buch nur abraten, wenn man wirklich ein gut geschriebenes Buch über einen Road Trip lesen möchte. Denn dieser steht einfach überhaupt nicht im Fokus. Wer offen ist für strake Wendungen hin zu einem schweren Schicksal und einer gefühlvoll geschriebenen Krankheitsgeschichte, dann könnte sich ein zugreifen lohnen.

zweikommafünf

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Buchvorstellung: Ein mallorquinischer Sommer

Ein mallorqinischer SommerEin mallorquinischer Sommer
Helen Walsh
283 Seiten
Kiepenhauer &Wirtsch Verlag
ISBN: 978-3-462-04711-0

Jen fliegt jeden Sommer mit ihrem Mann Greg nach Mallorca. Diesen Sommer jedoch scheint die Anwesenheit ihrer Stieftochter Emma und deren Freund Nathan die Harmonie der Familie in Aufruhr zu versetzen. Die ständigen Spannungen zwischen dem Teenagermädchen und Jen ist durchweg zu spüren und als Jen und Nathan sich mit der Zeit körperlich zueinander hingezogen fühlen, ist die Frage, ob die Moral oder die Begierde siegt und ob sie dies alles vor den Augen aller verbergen könnten.

Ich fand das Buch recht erfrischend und auch die erotischen Züge der Geschichte waren nicht übertrieben dagestellt und, genauso wie alle Charaktere in diesem Buch, authentisch geschildert. Dabei wurden die Sexszenen jedoch nicht zu ausufernd beschrieben. Der Fokus blieb auf den Beziehungen aller Charaktere untereinander. Die Schwierigkeiten in einer Patchworkfamilie werden genauso angesprochen wie berufliche Fehlschläge oder die sexullen Begierden einer Mid-Vierzigjährigen, die vor der Frage steht, ob sie ihre in sich verborgenen sexuellen Bedüfnisse und Sehnsüchte ausleben darf und wenn ja, welchen Preis sie eventuell dafür in Kauf nehmen müsste.
Das Buch hat ein eher offenes Ende, viele Einzelheiten werden aufgeklärt und abgeschlossen, aber andere wiederum nicht. Das muss man natürlich mögen. In diesem Fall hätte ich mir den ein oder anderen zusätzlichen Hinweis gewünscht. Ein bißchen wurde ich dabei im Regen stehengelassen. Eine andere Schwierigkeit hatte ich mit der Protagonistin. In der ersten Hälfte des Buches fand ich es doch sehr fragwürdig, wie ein gerade Volljähriger junger Mann mit einer gefestigten Frau, die mitten im Leben steht, so leicht seine Spiele treiben kann und sie sich dabei so unreif und verunsichert gibt. Diesen Teil konnte ich weniger nachvollziehen und ich war froh, als Jen wieder die Oberhand über sich selbst erlangt hat.
Insgesamt ein gut geschriebener spannender Sommerroman mit einer ganz besonderen Stimmung, der sich auf das Zusammenspiel weniger Charaktere konzentriert.freikommafünf