Buchvorstellung: Null-Null-Siebzig: Operation Eaglehurst

 

Ehemaliger Secret Intelligence Service-Agent James Gerald, mittlerweise das 70. Lebensjahr erreicht und offiziell in Ruhestand, erfährt von dem Tod seines Freundes und ehemaligen Kollegen William Morat. Irgendetwas scheint jedoch faul an seinem Tod zu sein, denn kurz vorher erreichte ich noch eine geheimnisvolle Nachricht in Form eines Limericks, der darauf schließen lässt, dass William ihm etwas Wichtiges mitteilen wollte. James macht sich auf nach Hastings in die Seniorenresidenz Eaglehurst, Williams letzten Wohnsitz. Da kommt ihm die gerade hinter sich gebrachte Bronchitis gerade recht und er quartiert sich zur Kurzzeitpflege im Ort des Geschehenen als neuer Bewohner ein. Tatkräftig zur Seite steht ihm Sheila Humphrey, seine Nachbarin und ehemalige Kollegin, und versorgt ihn mit einem speziell ausgerüsteten Rollator mit Reizgassprühvorrichtung und steht ihm auch bei seinen weiteren Ermittlungen vor Ort tatkräftig zur Seite. Die Ermittlungen gehen in humorvoller 007(0)-Manier los und schon kurz nach seinem Eintreffen stirbt ein weiterer Mitbewohner beim Bingo vor seinen Augen. Seine Ermittlungen laufen nun auf Hochtouren. Was hat Mrs White, die Heimleiterin und Besitzerin von Eaglehurst, zu verbergen außer ihren hohen Schulden? Ist die Missstimmung zwischen Mrs White und ihre Tochter Kathie nur auf eine pubertäre Phase zurückzuführen? Welche Verbindung gibt es zwischen William Morat und dem neuen vermeintlichen Opfer, dem ehemaligen Chemieprofessor Thomas Maddison? Die ersten Spuren führen zum Limerick Club von Eaglehurst der Schwester Edith und Eleonora Hideous und auch das plötzliche Herzversagen der beiden Verstorbenen führt den Verdacht zu Dr. Goat, dem Hausarzt, mit starker Affinität zu homöopathischen Globuli. Zum Glück ist der örtliche Polizeichef Rupert Ruthersford, ein ehemaliger aber unfähiger Schüler, so kann James auf Hilfe und Unterstützung hoffen, nur leider kommt somit seine wahre Identität in Umlauf und nun hat James nicht nur seinen neuen Spitznamen „00-70“ weg, es erschwert ihm natürlich auch seine geheimen Ermittlungen und schon bald scheint James selbst im Fadenkreuz zu stehen, denn auf seinem Bett findet er erneut einen Limerick. Handelt es sich um einen Hinweis oder sogar eine Drohung?

Ich fand das Buch sehr humorvoll geschrieben und es zaubert dem Leser des Öfteren ein Schmunzeln aufs Gesicht. Die Charaktere sind liebevoll skizziert und authentisch und besonders die Protagonisten James und Sheila wachsen dem Leser sehr schnell ans Herz, so dass man mit Spannung ihre Ermittlungen verfolgt und mit rätselt. Sehr positiv war für mich, dass ich bis zum Schluss nicht wusste, wer hinter den Morden steckt und die Geschichte somit bis zum Ende interessant blieb. Das Ende war somit überraschend und bringt nochmal eine unerwartete Wendung. Besonders gelungen finde ich die Idee, eine neune Art „James Bond“ im fortgeschrittenen Alter zu entwerfen und ihn weiterhin ermitteln zu lassen. Solch ein Ermittler war für mich eine ganz neue Idee und somit erfrischend anders als in anderen Krimis, was durch die immer wieder eingebrachte Spezialausrüstung unterstrichen wird und für eine besondere humorvolle Note sorgt. Insgesamt eine lockere Lektüre mit guter Unterhaltung, auf die Fortsetzung freue ich mich schon.

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