Buchvorstellung: Liebe am Papierrand

Liebe am PapierrandLiebe am Papierrand

Yoko Ogawa

255 Seiten

Aufbau Taschenbuch Verlag

ISBN: 978-3-7466-3123-3

 

Die namenlose junge Erzählerin leidet kurz nach der Trennung von ihrem Ehemann an einem plötzlichen Ohrenleiden. Nach ihrem Klinikaufenthalt wird sie zu einer Gesprächsrunde zu diesem Thema in ein nahe der Klinik gelegenes Hotel eingeladen. Dort gerät sie in den Bann der Finger eines anwesenden Stenographen und wird in eine ganz eigene Welt entführt.

Ich denke, über den Inhalt kann man gar nicht so viel sagen, ohne alles vorweg zu nehmen und doch würde es nicht ausreichen um dem Buch wirklich gerecht zu werden. Der Roman ist einer von der sehr stillen Sorte. An vielen Stellen ist er verwirrend, abstrakt und auf unterschiedliche Weise auslegbar. Es verschwimmen Realität und Gegenwart so stark miteinander, dass es sehr schwer fällt diese auseinander halten zu können. Aber das ist eigentlich auch nicht unbedingt notwendig. Die Geschichte gibt Anlass noch sehr lange nach dem Beenden des Buches darüber nachzudenken und zu grübeln. Besonders charakteristisch ist die Stimmung und Sprache. Die Stimmung ruhig und gedämpft, die Sprache kann man von poetisch bis sanft und klangvoll beschreiben. Ich denke, man muss diese Art Geschichten mögen, um hiermit etwas anfangen zu können. Für mich hat dieser Roman etwas typisch Japanisches, es wirkt auf eine Art abweisend und unerreichbar und auf der anderen fesselt er mich und zieht mich in sich hinein. Es klingt stets ein melancholischer Unterton mit und doch drückt er auch gleichzeitig ein Gefühl der Zärtlichkeit aus.

Jedem der diese Art Romane mag, kann ich „Liebe am Papierrand“ nur empfehlen.

fünf

Buchvorschläge: „Polarlichter“

Aurora polarisHier kommen auch schon die ersten Buchvorschläge zu meiner Reise-um-die-Welt Lesechallenge 2016. Das Thema, unter dem die Titel stehen, ist „Polarlichter„. Ich habe mich für eine Zusammenstellung von einem Buch einer finnischen Autorin, einer isländischen Autorin und einer amerikanischen Autorin entschieden. Die amerikanische Autorin ist hier mit hineingerutscht, da es um eine Jugendbuchserie geht, auf dessen Cover Polarlichter angebildet sind. So ist die Belletristik als auch die Fantasy bedient. Ich hoffe, die Bücher gefallen euch und ihr bekommt ein wenig Lust mit zu dem ersten Zwischenstopp meiner Reise nach Skandinavien zu kommen. 🙂

Die RuheloseDie Ruhelose – Riikka Pulkkinen

(ISBN: 978-3-471350720)

Diesen Roman habe ich erst neulich entdeckt. Er ist mir aufgefallen, da ich von der Autorin schon „Wahr“ vor einiger Zeit gelesen hatte und mir der Roman sehr gut gefallen hat. Hier! könnt ihr euch direkt meine Buchvorstellung dazu ansehen. Der neue Roman steht nun auch auf meiner Wunschliste und ich werde ihn mir auf jeden Fall demnächst holen. Vielleicht sagt er euch ja auch zu?

„“Die Ruhelose“ ist Riikka Pulkkinens beeindruckender Debütroman, in dem sie die großen Fragen des Lebens nach Liebe und Tod stellt. Was soll Anja tun? Die renommierte Universitätsprofessorin steht vor einem Wendepunkt in ihrem Leben. Ihr Mann ist schwer an Alzheimer erkrankt. Vor Jahren bat er Anja um ein Versprechen: Sobald er sein Gedächtnis verloren hat, will er mit ihrer Hilfe sterben. Auch Anjas Nichte Marie kämpft um die Liebe. Die 16-jährige Schülerin ist eine gefährliche Beziehung mit ihrem Lehrer eingegangen, den sie so liebt, wie man nur beim ersten Mal lieben kann: bedingungslos, leidenschaftlich, destruktiv. Als sie begreift, dass ihre Liebe zu dem verheirateten Mann keine Zukunft hat, muss sie einen Weg finden, mit dem Schmerz zu leben. Zwei Frauen, zwei Generationen und die immer gleiche Frage: Wie weit gehen wir für die Liebe?“

Und hier findet ihr den Link zur Verlagsseite zu „Die Ruhelose“: Klick!

Ein Schmetterling im NovemberEin Schmetterling im November – Audir Ava Olafsdottir

(ISBN: 978-3-458-17581-0)

Dieses Buch habe ich bereits gelesen. Es war verwirrend und vor allem ein sehr ruhiges Buch. Ich denke, man muss dafür in der richtigen Stimmung sein. Ich glaube, als ich es gelesen habe, war ich das nicht unbedingt. Aber es ist auf jeden Fall einen Blick wert. Es war für mich das erste Buch eines isländisches Autors und es hat auf jeden Fall seinen ganz eigenen Charm. Wer sich ein besseres Bild zu meiner Meinung machen möchte, dem verlinke ich hier! meine Buchvorstellung dazu.

„Hals über Kopf stürzt sich die junge Frau daraufhin in eine Reise durch ihr Land. Mit dem Handschuhfach voller Geld, denn tatsächlich ist eingetroffen, was ihr eine Wahrsagerin prophezeit hat, sie hat im Lotto gewonnen. Und noch etwas hat ihr die Wahrsagerin prophezeit: Sie wird den Mann ihres Lebens treffen, wenn zwei weitere Tiere gestorben sind … Begleitet wird sie von einem kleinen Kind, dem gehörlosen Sohn ihrer Freundin, mit dem sie, die vielsprachige Lektorin und Übersetzerin, Sprache ganz neu lernt. Eine Freundschaft entsteht. Nach vielen Abenteuern treffen sie in einem kleinen Ort an der Ostküste ein und richten sich im alten Haus der Großeltern ein, in dem die junge Frau als Kind viele Sommer verbracht hat. Drei Tiere sind gestorben. Wo ist der Mann ihres Lebens?“

Und hier geht es wieder zur Verlagsseite: Klick!

Das Licht von AuroraDas Licht von Aurora – Anna Jarzab

(ISBN: 978-3-7855-7950-3)

Diese Jugendbuchreihe habe ich noch nicht gelesen. Während ich hier kurz den ersten Teil vorstelle, erscheint im nächsten Monat auch schon der zweite Teil der Reihe. Nach dem Klappentext klingt es nach einer romantischen Parallelweltgeschichte, in der es um ein geheimnisvolles Königreich geht. Der Titel, als auch das Cover, lassen vom Thema her auf Polarlichter schließen. Inwieweit diese wirklich eine Rolle spielen, kann ich leider nicht sagen. Hat jemand die Reihe bereits angefangen zu lesen? Was allerdings feststeht ist, dass der erste Teil perfekt in meine Lesechallenge passt und für die erste Aufgabe alle Vorraussetzungen erfüllt. Bis jetzt war ich mir immer nicht sicher, ob diese Reihe in mein Regal einziehen soll, da ich noch einige offene Jugenbuchreihen dort stehen habe, die auch erstmal gelesen werden wollen. Neugierig bin ich aber auf jeden Fall.

„Ich hatte nicht das Gefühl, als würde er nach Aurora gehören.
Ich hatte eher das Gefühl, als würde er zu mir gehören, egal wo ich war.
Aber das lag ja nicht in meiner Hand und in seiner auch nicht.

Schon immer wollte die 16-jährige Sasha in die Rolle ihrer liebsten Romanheldinnen schlüpfen und Abenteuer in fernen Welten erleben. Nicht ahnend, dass die Geschichten ihres Großvaters über Parallelwelten tatsächlich wahr sind, landet sie plötzlich unfreiwillig in Aurora – einer modernen Monarchie. Neben einem Leben am Hofe erwartet Sasha hier auch die ganz große Liebe. Doch Palastintrigen und Verrat drohen ihre Träume zu zerstören …“

Hier findet ihr auch wieder zur entsprechenden Verlagsseite: Klick!

Falls ihr Lust habt mich uaf meiner „Reise-um-die-Welt“ zu begleiten, schaut doch einfach mal auf meine Challengeseite: hier!

 

Buchvorstellung: Ein Schmetterling im November

Ein Schmetterling im NovemberEin Schmetterling im November
Audur Ava Olafsdottir
356 Seiten
Suhrkamp Verlag
ISBN: 978-3-458-17581-0

 

Die Protagonistin des Buches wird dem Leser als 33-jährige verheiratete kinderlose Frau vorgestellt, die sechs Sprachen beherrscht und als Dolmetscherin arbeitet. Ihr Name wird dem Leser nicht verraten. Zu Beginn ist sie auf dem Weg zu ihrem Liebhaber, mit dem sie Schluss machen will. Aber es kommt anders als gedacht. Er macht mit ihr Schluss, da sie sich nicht von ihrem Mann trennen will. Als sie dann nach Hause kommt, offenbart ihr Ehemann, dass er seit Monaten ebefalls eine Affäre hat. Er will sich von ihr scheiden lassen, um mit seiner schwangeren Freundin zusammen sein, die bald schon ein Kind von ihm erwartet.

Die Hauptcharakterin ist an einem Scheidepunkt in ihrem Leben angekommen. Sie entschließt sich eine Reise machen, soweit ihr Plan. Neben ständigen unangekündigten Besuchen ihres Noch-Ehemannes, erzählt ihr eine Wahrsagerin, dass sie u.a. im Lotto gewinnen wird und ihren perfekten Mann treffen wird, wenn drei Tiere gestorben sind. Die erste Gans hat sie schon überfahren und so begibt sie sich auf eine Reise durch Island. Im Schlepptau den kleinen gehörlosen Sohn ihrer besten Freundin Audur, auf den sie aufpassen muss, da Audur schwanger mit Zwillingen im Krankenhaus bleiben muss bis zur Geburt.

Es handelt sich eher um ein ruhiges Buch,  in dem nicht so furchtbar viel passiert. Immer wieder werden kurze Kursivtexte eingeschoben, die die Vergangenheit der Protagonistin näher beleuchten und für mich gerade das Interessante beim Lesen ausgemacht haben. Vieles wird aber bis zum Schluss nicht aufgeklärt, bestenfalls angedeutet, so bleibt sehr viel Interpretationsspielraum. Besonders auffällig beim Lesen ist, dass sich die Themen: Leben, Tod, und Geburt wie ein roter Faden sich durch das Buch ziehen. Sie nehmen einen großen Teil in den Gedanken der Protagonistin ein und werden auch in den Rückblenden und auf ihrer Reise wiederholend thematisiert.

Ich bin bei dem Buch von etwas anderem ausgegangen, ein bisschen mehr Abenteuer- oder Reiselustroman. Allerdings gab es auch schöne Stellen, in denen sich die Protagonistin durch den kleinen Tumi, mit dem Muttersein auseinandersetzt. Es ist schön zu lesen wie sie mit ihm umgeht und sich ihre Beziehung entwickelt, gerade weil sie sich für eine schlechte Mutter hält.

Ich habe aber eine größere Entwicklung bei der Hauptperson erwartet, die ich nur in Ansätzen wiederfinden konnte. Auch waren ihre Gedankengänge etwas abrupt und wirr, sodass ich öfters Schwierigkeiten hatte ihnen zu folgen.

Die Rezepte am Ende nehmen fast 40 Seiten des Romans ein, sind ganz nett, da man die vorkommenden Gerichte nachkochen kann, sind teilweise vielleicht auch einfach nur humorvoll gemeint, aber nicht so besonders, so dass man auch auf sie auch verzichten könnte.

drei

Buchvorstellung: Truthahn, Mord und Christmas Pudding

Truthahn, Mord und Christmas PuddingTruthahn, Mord und Christmas Pudding

Marlies Ferber

317 Seiten

Deutscher Taschenbuch Verlag

ISBN: 978-3-423-21607-4

 

Der neuste und letzte 0070 ist nun erschienen und ich konnte ihn bereits lesen. Bei Sheila und James steht nach einem ereignisreichen Jahr nun Weihnachten vor der Tür. Während Sheila schon an ihren Plänen für das Fest feilt, freut sich James eigentlich auf ein ruhiges bedächtiges intimes Zusammensein mit ihr. Doch dies bleiben nicht ihre einzigen Sorgen, denn es soll in Folge eines Resozialisierungsprojekts für ehemalige Strafgefangene ein Theaterstück aufgeführt werden und Sheila will James unbedingt überreden mitzumachen. Dann taucht auch auf einmal ein alter Jugendfreund auf und nistet sich bei Sheila ein. Wenn dies nicht schon genug wäre, wird Sheilas gute Freundin Rosalind auf dem Friedhof erschlagen. James kämpft nun auf mehreren Fronten. Während er versucht den Mord auf eigene Faust aufzuklären, muss er sich nun auch noch mit Sheilas ganzer Sippe herumschlagen und schon bald merkt er, dass es der Unbekannte eigentlich auf Sheila abgesehen hat und er nun alles versuchen muss, um sie zu schützen.

Mir hat auch der letzte Teil der Reihe wieder gut gefallen. Ich hatte meinen Spaß mit dem ehemaligen SIS Agent in Ruhestand zu begleiten und das Rätsel zu entwirren. Besonders die Weiterentwicklung der Beziehung von James und Sheila zu einander war ein echtes Highlight der Geschichte. Die ganzen Kleinigkeiten, an denen man sehen konnte wie sehr sich ihr Verhältnis vertieft hat, haben hat mir persönlich besonders gut gefallen.  In diesem Teil hat mir leider das aktive Miträtseln gefehlt. Es gab im ganzen Buch einfach sehr wenig Anhaltspunkte für den Leser, um den Mord und die Zusammenhänge mit Sheila zu lüften und man konnte meistens nur abwarten und auf die Auflösung warten. Trotzdem hatte ich meinen Spaß an den vielen unterhaltsamen oder auch spannenden Szenen, die durch ihre sehr greifbaren Charaktere erst richtig zur Geltung gekommen sind.

Die humorvolle Krimiserie sind richtige Wohlfühlbüchern für mich. Sie bringen immer wieder Abwechslung durch sehr unterschiedlich gewählte Themen und somit auch Settings. So kann der Leser mit den Protagonisten eine Reise nach China unternehmen, auf einem Kreuzfahrtschiff in See stechen oder in Groß Britannien Weihnachten feiern. Ich finde es sehr schade, dass die Reihe nun abgeschlossen ist, denn James, Sheila und sogar Phyllis sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich hätte sie noch endlos weiter verfolgen können.

vier

Buchvorstellung: Der japanische Liebhaber

Der japanische LiebhaberDer japanische Liebhaber

Isabel Allende

336 Seiten

Suhrkamp Verlag

ISBN: 978-3-518-42496-4

 

Der japanische Liebhaber erzählt die Lebensgeschichte der Alma Mendel, die als junge Jüdin in Polen lebend von ihren Eltern nach San Francisco zu ihrer Tante und ihrem Onkel Belasco geschickt wird, um dort dem Zweiten Weltkrieg zu entfliehen. Sehr schnell baut Alma bereits eine enge Beziehung sowohl zu ihrem Cousin Nathaniel als auch zu dem Gärtnersohn Ichimei auf.
Der japanische Liebhaber startet bereits mit einem interessanten Aufbau und beginnt zunächst in der Gegenwart mit der Erzählung der alten Alma Belasco. Diese zieht entgegen dem Willen ihrer Familie, in die Seniorenresidenz Lark House ein. Aufgrund ihres gesellschaftlichen Status und ihrem hohen Ansehen, stellt die alte Dame schon bald darauf die Altenpflegerin Irina als ihre persönliche Assistentin ein. Neugierig bezüglich der geheimnisvollen Kurzausflüge, die die alte Dame immer mal wieder unternimmt und der mysteriösen Briefe, die Alma erhält, versuchen Irina und ihr Enkel Seth hinter Almas Geheimnis zu kommen. Kann sich dahinter vielleicht eine heimliche Affäre erahnen?

Die fesselnsten Momente in diesem Buch waren für mich die Kapitel, in denen die alte Alma mit ihrer Reisetasche für ein paar Tage verschwindet und Irina und Seth herauszufinden versuchen, was sie in dieser Zeit wohl macht, um Almas Geheimnis zu lüften. Alma hat mir als alte Frau sehr gut gefallen. Die Art und Weise wie sie zu Beginn in Lark House einzog, fand ich sehr amüsierend, da Alma doch nicht so orthodox wirkte, wie es ihre Familie gerne hätte. So ist es ihr auch egal, was die Leute von ihr und ihrer Familie denken und macht einfach ihr Ding. In den Rückblenden finde ich die Alma in jungen Jahren jedoch zunehmend anstrengend und auch ihre naiven Einstellungen und Erwartungen in ihrer Collegezeit finde ich sehr egoistisch und verzogen. Besonders kommt dies jedoch in einer ihrer folgeschwersten Entscheidungen zur Geltung, wodurch ich ein kleines persönliches Problem mit ihr hatte.
Am besten hat mir in diesem Buch jedoch Nathaniel gefallen. Denn Nathaniel ist nicht nur ein unglaublich angenehmer Charakter, sondern hält auch noch einige überraschende Wendungen für die Geschichte bereit, sie ich so nicht erwartet hätte. Er ist der Typ Mensch, auf den man sich immer verlassen kann und der trotz seiner unerwarteten Geheimnisse eine sehr sympathische Person ist. Obwohl der Leser bereits von Anfang an weiß, dass er zum Zeitpunkt der Geschichte schon gestorben ist, haben mich die Umstände seines Todes wirklich sehr berührt.
Auch Irina und Seth waren für mich zwei äußerst liebenswerte Charaktere, zu denen ich obwohl sie eigentlich nur Nebenfiguren waren, eine enge Bindung aufbauen konnte. Ich konnte mit ihnen mitfühlen und mitleiden, wodurch sie mir sehr ans Herz gewachsen sind.
Ich habe eine andere Dreierkonstellation erwartet, als ich das Buch begonnen hatte, doch was ich dann letztendlich bekommen habe, hat mir viel besser gefallen. Das Ende hatte für mich jedoch eine etwas unrealistische Stelle im Krankenhaus, die ich irgendwie unpassend fand. Ich denke, das hätte man auch anders lösen können. Allerdings vermute ich, dass die Autorin dem Leser nicht zu viel voraus nehmen wollte. Insgesamt denke ich aber, dass dieses Buch eine lesenswerte Geschichte für alle Fans von Familien- und Lebensgeschichten ist, die dazu noch einen realen historischen Hintergrund hat, ohne dabei jedoch zu geschichtlich zu werden.

vier

Buchvorstellung: Heart.Beat.Love.

Heart Beat LOveHeart.Beat.Love.

James Patterson

317 Seiten

dtv Verlag

ISBN: 978-3-423-76107-9

 

Axi und ihr bester Freund Robinson schwänzen die Schule und machen sich spontan auf einen Road Trip zwischen der West- und Ostküste der USA. Sie haben nur ein bisschen gespartes Geld in der Tasche und Axis Plan, an dem sie sich entlang hangeln.

Ich muss gleich vorwegschicken, dass ich von dem Buch nicht bekommen habe, was ich erwartet habe. Manchmal kann dies auch überraschend positiv sein, in diesem Fall war es das für mich nicht. Erwartet habe ich ein leichtes Sommerbuch über zwei Jugendliche, die in ihrem Leben familiäre Probleme hatten, einiges durchgemacht haben und jetzt spontan ihrem Leben für einen Sommer entfliehen wollen, verrückte Dinge tun und sich Wünsche erfüllen wollen. Bekommen habe ich eine endlos aneinander gereihte Serie von unsinnigen Kriminaltaten in der ersten Hälfte des Buches und nach der krassen Wendung eine schlimme Krankheitsgeschichte in der zweiten Hälfte des Romans.

Der Fokus liegt hier ganz und gar nicht auf einem Road Trip, er ist nur der schwache Versuch einer Einleitung für den Teil, der danach kommt. Es ist nicht so, dass mich der zweite Teil nicht berührt hätte und er nicht gut geschrieben wäre, aber er war für mich deplatziert und unerwartet und zu dominant. Ich kann auch nicht verstehen, warum die beiden einen Diebstahl und Einbruch nach einander durchführen müssen auf ihrem Weg und dann auch nach die Staatsgewalt bedrohen. Was mich noch mehr gestört hat war, dass sie dabei dann noch nicht einmal dabei wirklich erwischt oder gestoppt werden und fast bis zum Ende damit durchkommen. Absolut unrealistisch und unnötig für die Geschichte. Leider wurden die Zwischenstopps auf ihrer Reise ebenfalls nur kurz und emotionslos abgehandelt, da habe ich mir ebenfalls etwas mehr Tiefgang gewünscht. Der Tiefgang kam dann zwar in der zweiten Hälfte, aber hinter einem ganz anderen Hintergrund.

Ich kann zu diesem Buch nur abraten, wenn man wirklich ein gut geschriebenes Buch über einen Road Trip lesen möchte. Denn dieser steht einfach überhaupt nicht im Fokus. Wer offen ist für strake Wendungen hin zu einem schweren Schicksal und einer gefühlvoll geschriebenen Krankheitsgeschichte, dann könnte sich ein zugreifen lohnen.

zweikommafünf

Buchvorstellung: Die Bienen

Die Bienen

Die Bienen
Laline Paull
343 Seiten
Tropen Verlag
ISBN: 978-3-608-50147-6

Flora 717 ist als Arbeiterin in der untersten Kaste des Bienenstaats geschlüpft. Sie ist groß und häßlich, aber sie kann trotzdem sprechen, ist kräftig und lernt schnell. So arbeitet sie sich von der Putzkolone, über die Larvenauszugsstation zur Sammlerin hoch und kommt schon bald in die Bedrängnis, sich vor der Bienenpolizei und den Priesterinnen zu verstecken zu müssen und im Hintergrund ihren eigenen Plan zu spinnen und ihn heimlich zu verwirklichen.

In diesem Buch kann der Leser auf eine interessante Weise das Miteinader und die Strukturen im Bienenstock kennenlernen. Dabei werden die Bienen niemals zu sehr vermenschlicht. Sie bleiben trotzdem Tiere mit Instinkten, die andere töten, sobald sich kranke Exemplare unter ihnen befinden oder auf den Wiesen um ihr Leben kämpfen müssen. Auch die harte Überwinterung wird thematisiert, sowie der Tod und die darauffolgenden Machtkämpfe einer neuen Königin. Also ein ganzer Zyklus eines Bienenlebens.
Ich finde, dass die Autorin hiermit einen sehr lehrreichen, als auch unterhaltsamen und lesenswerten Roman geschrieben hat, der mal etwas ganz anderes ist und eine ganz besondere Sichtweise auf die Handlung bietet. Einige kleine wiederholende Passagen hätten meiner Meinung nach etwas kürzer gehalten werden, sind aber trotzdem annehmbar. Ohne zu viel zu verraten zu wollen, hoffe ich, dass die kleine sympathische Biene Flora den einen oder anderen mit in ihre Welt nehmen kann, da es wahrscheinlich ist, dass dieses Buch bis jetzt nicht sehr bekannt ist.
Ein kleiner Geheimtipp von mir, wenn man sich für die Tierwelt ein wenig begeistern kann!

vier