Buchvorstellung: Liebe am Papierrand

Liebe am PapierrandLiebe am Papierrand

Yoko Ogawa

255 Seiten

Aufbau Taschenbuch Verlag

ISBN: 978-3-7466-3123-3

 

Die namenlose junge Erzählerin leidet kurz nach der Trennung von ihrem Ehemann an einem plötzlichen Ohrenleiden. Nach ihrem Klinikaufenthalt wird sie zu einer Gesprächsrunde zu diesem Thema in ein nahe der Klinik gelegenes Hotel eingeladen. Dort gerät sie in den Bann der Finger eines anwesenden Stenographen und wird in eine ganz eigene Welt entführt.

Ich denke, über den Inhalt kann man gar nicht so viel sagen, ohne alles vorweg zu nehmen und doch würde es nicht ausreichen um dem Buch wirklich gerecht zu werden. Der Roman ist einer von der sehr stillen Sorte. An vielen Stellen ist er verwirrend, abstrakt und auf unterschiedliche Weise auslegbar. Es verschwimmen Realität und Gegenwart so stark miteinander, dass es sehr schwer fällt diese auseinander halten zu können. Aber das ist eigentlich auch nicht unbedingt notwendig. Die Geschichte gibt Anlass noch sehr lange nach dem Beenden des Buches darüber nachzudenken und zu grübeln. Besonders charakteristisch ist die Stimmung und Sprache. Die Stimmung ruhig und gedämpft, die Sprache kann man von poetisch bis sanft und klangvoll beschreiben. Ich denke, man muss diese Art Geschichten mögen, um hiermit etwas anfangen zu können. Für mich hat dieser Roman etwas typisch Japanisches, es wirkt auf eine Art abweisend und unerreichbar und auf der anderen fesselt er mich und zieht mich in sich hinein. Es klingt stets ein melancholischer Unterton mit und doch drückt er auch gleichzeitig ein Gefühl der Zärtlichkeit aus.

Jedem der diese Art Romane mag, kann ich „Liebe am Papierrand“ nur empfehlen.

fünf

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