Buchvorstellung: Zeit der wilden Orchideen

Zeit der wilden OrchideenZeit der wilden Orchideen
von Nicole C. Vosseler
500 Seiten
Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-48006-7

 

Im Singapur des Jahres 1840 lebt Georgina als kleine Tochter eines englischen Geschäftsmanns. Durch ihren Vater eher gemieden, wächst sie nach dem Tod ihrer Mutter eher zurückgezogen und einsam auf. Eines Tages findet sie in einem abgeschiedenen Teil des Gartens einen verletzten älteren Jungen, welcher von einen alten Seefahrer Volk abstammt und sich bei Seekämpfen schwer verletzt ist und geflüchtet ist. Sie verspricht ihm, seinem Vater und den Hausangestellten nichts von ihm zu erzählen und pflegt ihn heimlich gesund. Zwischen den beiden entwickeln sich ein zartes Band der Freundschaft und eine gewisse Zuneigung, die ein Leben lang bestehen bleiben soll. Ihre Wege trennen sich, als er plötzlich verschwindet und auch Georgina wird kurze Zeit später von ihrem Vater zu ihrer Tante nach England geschickt wird. Doch als sie alt genug ist, zieht es sie zurück nach Singapur, denn ihrem Gefühl nach gehört sie dort wirklich hin, auch wenn sie nicht von jeden im Haus herzlich aufgenommen wird, doch soll sie erst sehr spät herausfinden, was es für Geheimnisse in ihrer Familie gab und was sie genau damit zu tun hat.

Eine große Stärke des Buches ist sicherlich, dass das Land so wunderbar farbenfroh und eindrücklich beschrieben wird und den Leser somit richtig mit in seine Welt nehmen kann. Ich hatte das Gefühl durch dieses Buch Singapur aus der Ferne kennenzulernen, ohne jemals da gewesen zu sein, so bildliche Eindrücke habe ich von den Beschreibungen bekommen. Man erfährt von den einheimischen Menschen vor Ort, von den chinesischen Flüchtlingen, den indischen Einflüssen und den europäischen Geschäftsmännern, die sich in Singapur angesiedelt haben und ebenso zum Gesamtbild von Singapur beigetragen haben, was kulturell sehr interessante Elemente ausmachen. Die Charaktere waren durchweg glaubwürdig und recht unterschiedlich und abwechslungsreich skizziert. Vor allem mochte ich die Hauptcharakterin Georgina. Mit ihrer etwas menschenscheuen Art und ihrer Gabe sich in ihre eigene Welt zu träumen zu können, um von der Realität zu fliehen, ist sie mir schnell mit ihrem Wesen und ihrer Geschichte ans Herz gewachsen. Das Buch hält einige Wendungen und Überraschungen bereit, die man zwar schon früh erahnen kann, wobei man aber nicht so richtig weiß in welche Richtung es gehen wird. Wenn man das Buch liest, merkt man, dass die Autorin gut recherchiert hat und diese Informationen und ihrer Phantasie in einer sehr mitreißende Familien- und Lebensgeschichte verpacken konnte, sodass man geradezu durch die Seiten fliegt. Eins sehr empfehlenswertes historisches Buch, mit dem man sich sehr leicht in die Ferne träumen kann. Besonders spannend für mich, da es im asiatischen Raum angesiedelt ist. Ich kann es nur weiterempfehlen.

fünf

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2 Gedanken zu „Buchvorstellung: Zeit der wilden Orchideen

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