Buchvorstellung: Hinter dem Mond

hinter dem mond

Hinter dem Mond
von Wäis Kiani
383 Seiten
Hoffmann und Campe Verlag
ISBN: 978-3-455-40383-1

 

Leily ist neun als ihre Eltern entscheiden aus einem kleinen Dorf in Ostfriesland zurück in den Iran zu ziehen. Kurzerhand und ohne Kompromisse wird sie auf den Rücksitz des neuen Autos gesetzt und ab geht die Reise durch ganz Osteuropa bis nach Teheran.
Leily ist alles andere als glücklich mit dem Umzug. In Deutschland hatte sie alle Freiheiten. Ganz anders geht es dann in Teheran zu. Ständig fühlt sie sich beobachtet und belagert durch ihre Verwandten, die sie noch nicht einmal verstehen kann, da sie kein persisch spricht. Alleine darf sie nun nicht mehr durch die Stadt ziehen. In der internationalen Schule muss sie sich mit der neuen Sprache und neuen Mitschülern auseinandersetzen, worauf sie nur mäßig Energie drauf verschwendet.
Doch alles wird noch schlimmer, als der Schah vertrieben wird und die Mullah Regierung an die Macht kommt. Alkohol wird verboten, ebenso internationale Musik und Zeitschriften. Die internationalen Schulen werden geschlossen, Familien mit einem deutschen Elternteil verlassen möglichst schnell das Land. Mädchen und Jungen werden nun getrennt voneinander unterrichtet, Mädchen müssen in der Öffentlichkeit Kopftuch und Kittel tragen. Es werden Ausgangssperren verhängt und der Iran erklärt dem Irak den Krieg. Die Situation im Land verändert sich zusehends und die aufmüpfige und unzufriedene Leily ist mitten drin.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist sehr interessant zu lesen, wie Leily den Iran mit ihrer sehr direkten Art aus der Sicht eines Europäers beschreibt. Die Andersartigkeit der Familienbande, den Einschränkungen, der Lebensstil. Alles kann der Leser sehr detailiert und mit einer unverblümten Sprache durch ihre Augen kennenlernen. Mir haben besonders die Beschreibungen der Gepflogenheiten der Iraner gefallen und auch sämtliche Familienmitglieder geben ein weites Spektrum an interessanten Persönlichkeiten ab, durch die es nie langweilig wird. Durch Leilys sarkastische und auch etwas verzogene Art, bekommt man schnell eine Verbindung zu ihr. Auch ihre Mutter ist nicht ganz konventionell und auch wenn ich auch oft den Kopf schütteln musste über ihr Verhalten, ist sie mir in anderen Passagen sogar auf eine Weise wieder sympathisch.
In diesem Buch wird Vieles aufgegriffen: das Erwachsen werden, die erste Liebe, Freundschaften und ebenfalls die interkulturellen Konflikte zwischen der westlich eingestellten Leily und ihren recht traditionell geprägten iranischen Eltern.

Wer mal etwas anderes lesen möchte und sich besonders für andere Länder, Kulturen und Sitten interessiert, dem empfehle ich, in dieses Buch einmal reinzuschauen. Da es nicht viele Romane gibt, die sich in dieser Art und Weise mit dem Iran beschäftigen, ist es sicherlich eine gute Chance mehr über dieses Land und einen kleinen Teil seiner Geschichte zu erfahren.

vierkommafünf

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