Buchvorstellung: Serienunikat

serienunikat

Serienunikat
von Chantal-Fleur Sandjon
skript5 Verlag
314 Seiten
ISBN: 978-3-8390-0168-4

 

In Serienunikat geht es um die 21-jährige Ann-Sophie, die von einem Dorf in Süddeutschland nach Berlin zieht. Sie will eigentlich Pharmazie zu studieren, um später die Apotheke ihrer Eltern übernehmen zu können. Doch dann überkommen sie Zweifel, ob dies wirklich das Ziel ihres Lebens sein soll. Viel lieber will sie frei sein, sich von allen Lasten befreien und in Ruhe herausfinden, was sie vom Leben wirklich erwartet.
Vom Sofa ihrer alten Schulfreundin zieht sie durch Umwege in eine WG. Dabei lernt sie nicht nur neue Leute kennen, sondern bekommt auch eine Liste in die Hand, eine „Anleitung zum Anderssein“. Ann-Sophie nimmt sich diese Liste zum Wegweiser und versucht sie so weit wie möglich zu gehen, um sich selbst näher zu kommen. Dabei lernt viele neue Leute kennen, gewinnt Mitbewohner und Freunde, findet auch wieder zurück zu alten Hobbies, versinkt in Arbeit, Lernen und Partys, kämpft gegen ihre Eltern an und muss sich mit ihrem daheimgebliebenen Freund auseinandersetzten.

Eigentlich liebe ich Coming-of-Age Romane, aber mit Ende zwanzig denke ich, dass ich bin einfach nicht die geeignete Zielgruppe für „Serienunikat“ bin, obwohl sich der Roman für mich sehr vielversprechend angehört hat: Erwachsen werden, sich selbst finden, sich dabei selbst neu erfinden, dem Leben eigenständig und selbstbestimmend eine neue Richtung geben. Ich habe von dem Roman mehr erwartet als ich letztendlich bekommen konnte.
Ich versprach ich mir Parallelen zu entdecken und dass ich mich in Ann-Sophie in irgendeiner Weise wiederfinden könnte. Dies ist mir oft nicht wirklich geglückt, weil die Handlung und die Personenentwicklung sehr an der Oberfläche blieben und auch mit der Zeit nicht tiefgründiger wurden.

Es gibt zwei Aspekte, die mich gestört haben. Eine Punk ist, dass ich das Gefühl hatte es müssten möglichste viele stereotypische Charaktere in dem Buch verarbeitet werden. Wir haben den reichen Jungen, der eigentlich schon durch seine Eltern ausgesorgt hat, aber mit einer WG nochmal was Neues ausprobieren will, dann den Öko-Aktivisten, die ausgeflippte Modedesignerin im Praktikum und dazwischen das durchschnittliche artige Mädchen vom Land, welches die Großstadt und ihre Verführungen kennenlernt.
Manchmal haben mich diese Stereotypen eher gestört und genervt, als das sie das Buch interessanter gemacht haben. Der zweite Punkt ist, dass ungefähr die Hälfte der Leute um Ann-Sophie herum regelmäßig Drogen konsumieren, als wäre es das normalste der Welt und gehöre zum Alltag eines jungen Erwachsenen dazu.

Was mir jedoch sehr gefallen hat, war der Schreibstil der Autorin. Es war etwas poetisch angehaucht und konnte mich für sich gewinnen. Es war sehr schön zu lesen, wie die verschiedenen Charaktere mit der Zeit richtig zusammengewachsen sind. Auch das Cover und den Titel finde ich großartig und dies war auch der Hauptgrund, warum es mein Interesse geweckt hat.
Ich würde das Buch Lesern um die zwanzig Jahre oder noch jünger empfehlen.

freikommafünf

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Ein Gedanke zu „Buchvorstellung: Serienunikat

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