Buchvorstellung: Hier könnte das Ende der Welt sein

ende der weltHier könnte das Ende der Welt sein
von John Corey Whaley
212 Seiten
Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-24507-5

 

In diesem Jugendroman geht es um den 17-jährigen Cullen, der in der amerikanischen Kleinstadt Lily lebt. Hier dominiert die Langeweile und fast jeder Jugendliche träumt davon dieser Stadt zu entfliehen. Eines Tages taucht angeblich, der seit Jahrzehnten ausgestorben geglaubte Lazarusspecht, auf und plötzlich ist das Interesse der Journalisten von außerhalb für die kleine Stadt geweckt. Seit Ewigkeiten zieht etwas Leben und Hoffnung ein. Währenddessen verschwindet Cullens jüngerer Bruder Gabriel spurlos und das wochenlange Spekulieren und Warten beginnt parallel zu der Suche nach dem Specht.

Dass es sich bei dem Buch um ein besonderes Jugendbuch handelt, merkt man gleich zu Anfang. Der Leser in die doch sehr düstere Handlung geradezu hingeworfen, als Cullen seinen Drogentoten Cousin Oslo identifizieren muss. Diese graue und triste Grundstimmung wird auch das ganze Buch aufrecht gehalten und gerade die vielen nebensächlichen Todesfälle wirken doch etwas erschreckend und gehäuft. Auch die Aussichtslosigkeit und fehlende Perspektive im Leben der Menschen dort wird sehr gut dargestellt. Alle, die einmal ihr Glück woanders versucht haben, zieht es früher oder später wieder zurück in ihre Geburtsstadt, als könnten sie ihr einfach nicht entkommen.
Von der Handlung her passiert nicht allzu viel in diesem Roman, sprachlich jedoch ist er wirklich sehr hochwertig und er lebt auch vor allem durch seine interessanten Charaktere und dessen Gedanken und Gesprächen miteinander. Der Schreibstil ist etwas distanziert, neutral und direkt, die Atmosphäre erdrückend, trist aber auch auf eine Art spannungsgeladen. Der Autor spielt viel mit wechselnden Erzählformen, geschickt gewählten Zeitsprüngen innerhalb des Buches, Andeutungen und Metaphern wobei auch religiöse Vergleiche eingegangen werden.
Die Kürze des Buches kommt ihm auch zu Gute, denn wäre die Handlung weiter gestreckt worden, würde es wahrscheinlich an Spannung einbüßen und langatmig werden.
Ein Buch bei dem man sehr viel spekulieren, interpretieren und diskutieren kann. Mich hatte das Buch ziemlich schnell gepackt und gerade das Ende nicht so schnell wieder losgelassen, sodass ich es als spannend und fesselnd empfand. Ich mag solche Bücher sehr gerne und jeden, dem es ähnlich geht, empfehle ich dieses Buch vorbehaltlos weiter. Auch denke ich, dass es sich um einen Roman handelt, der sogar besser für Erwachsene geeignet ist als für Jugendliche.

vier

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3 Gedanken zu „Buchvorstellung: Hier könnte das Ende der Welt sein

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