Buchvorstellung: Seeherzen

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Seeherzen

von Margo Lanagan

331 Seiten (gebunden)

Rowohlt Taschenbuch Verlag

ISBN: 978-3-499-21160-7

In diesem Roman geht es um eine kleine Insel im Norden, genannt Rollrock Island, auf der die Menschen hauptsächlich rote Haare haben und recht abgeschotten vom Festland ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Fischerei bestreiten.

Auf dieser Insel werden sich Geschichten über eine bereits verstorbene Frau erzählt, welcher magische Kräfte zugesprochen werden. Eine Besonderheit an ihr war auch, dass sie auf die auf der Insel lebenden Robben eine starke Anziehungskraft ausgeübt hatte. Die Angst und das Unbehagen der Leute geht noch immer so weit, dass sich die Menschen, die nicht mit ihr verwandt sind, lieber einen Ehepartner aussuchen, der nicht ihrer Linie entsprungen ist, damit ihre Fähigkeiten nicht an eins ihrer Kinder vererbt werden.

So wird eines Tages, als jüngste Tochter der Familie, Misskaella Prout geboren und wächst stigmatisiert durch ihr Aussehen und ihrer Ähnlichkeit zu der Hexe von damals und nicht zuletzt durch ihre Faszination für Robben, recht undankbar in der kleinen Gemeinde auf.  Da sie ebenfalls als nicht besonders hübsch gilt, halten die Männer lieber Abstand von ihr. Sie muss viele Lasten in Kauf nehmen, kümmert sich um ihre Eltern bis sie versterben und führt ein Außenseiterleben bis sie eines Tages ihre Kräfte entdeckt, mit denen sie die Robben beeinflussen kann. Denn in jeder Robbe stecken verteilt Teile eines Menschen, die nur zusammengefügt werden müssen. So sieht sie ihre Möglichkeit an Geld und Einfluss zu kommen und sich dabei an den Menschen mit ihren Gemeinheiten zu rächen, denn von diesen Wesen geht eine so große Anziehung, durch ihre Schönheit und Andersartigkeit, aus, dass sich die Männer dieser kaum entziehen können, sobald sich eine Robbenfrau vor ihnen aus ihrem Pelz geschält hat.

Das Buch klang für mich sehr märchenhaft und magisch zugleich. Ich hatte sofort eine verregnete kleine Insel vor Augen, oft verdeckt  unter einer dicken grauen Wolkenecke und daneben die stürmende See und der Geschmack nach Salz in der Luft. Dazu kamen noch die Geheimnisse und Sagen um die Hexenkräfte, die von Zeit zu Zeit immer mal  wieder auftauchen und Unruhe stiften. Eigentlich eine vielversprechende Szenerie und der Roman kam meinen Vorstellungen schon sehr nahe, nur irgendwie gelang es mir nicht, mich in den Sog des Buches komplett fallen zu lassen.

Gerade am Anfang kam ich leider auch nur sehr schwer in den Erzählfluss rein und so habe ich ungefähr 80 Seiten gebraucht um mich an den Stil der Autorin zu gewöhnen. Es wurde vieles sehr ausführlich beschrieben, und die Handlung zog sich oft in die Länge.

Die Charaktere waren insgesamt sehr gut ausgeführt und authentisch beschreiben, allerdings viel es mir am Ende des Buches schwer noch allen Namen und Personen ihre persönlichen Geschichten zuzuordnen. Um den Zusammenhang zu verstehen, musste ich am Ende nochmal im Buch blättern und das entspreche Kapitel nachlesen. Letztendlich war es aber ein sehr rundes Ende und ein guter Abschluss.

Es war eine sehr außergewöhnliche Geschichte mit viel Fantasie und interessanten Ideen, die mich leider nicht ganz so mitreißen konnte wie ich mir das gewünscht hatte.

drei

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