Buchvorstellung: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

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Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

von Haruki Murakami

318 Seiten (gebunden)

DuMont Buchverlag

ISBN: 978-3-8321-9748-3

 

Auf dieses Buch habe ich mich besonders gefreut. Sobald es angekündigt wurde habe ich es sofort vorbestellt und nach der Erscheinung, so schnell es ging, verschlungen. Haruki Murakami ist seit Jahren einer meiner absoluten Lieblingsautoren und ich fieber jedem neuen Buch entgegen, noch bevor es geschrieben wurde.

Hier geht es um Tsukuru Tazaki. In seiner Schulzeit gehörte er einer Clique von insgesamt fünf Freunden an, in dessen Namen ausschließlich Farben vorkamen – Aka/rot, Ao/blau, Shiro/weiß und Kuro/schwarz. Die Ausnahme war Tsukuru, dessen Namen keine Farbe enthält. Er ist farblos und genauso fühlt er sich auch. Er erkennt an sich weder eine Besonderheit  noch ein besonderes Talent. Die Gruppe war in ihrer Jugend unzertrennlich bis Tsukuru beschließt als einziger sein Studium in Tokyo aufzunehmen. Alle anderen bleiben in ihrer Heimatstadt Nagoya zurück. Eine Zeit lang hält er regen Kontakt zu seinen Freunden und besucht sie so oft er die Gelegenheit hat. Sie bleiben weiterhin der Mittelpunkt seines Lebens bis sie eines Tages, aus heiterem Himmel und ohne Gründe zu nennen, den Kontakt zu ihm abbrechen. Tsukuru wirft dieser Vorfall gänzlich aus der Bahn, er geht weiter zur Uni und erledigt das nötigste aber darüber hinaus sitzt er in seiner Wohnung und sehnt sich danach zu sterben. Dieser Zustand geht einige Monate lang bis er sein Leben weiterlebt. Er lernt in dieser Zeit auch Frauen kennen, aber keine Beziehung hält länger. Dann trifft er Sara. Um die Chance zu bekommen mit ihr zusammen sein zu können, muss er die Geister seiner Vergangenheit vertreiben und den Abstand zwischen ihm und den Menschen, die ihm was bedeuten, wieder verringern und sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen.

Auch von diesem neuen Roman wurde ich nicht enttäuscht. Er lebt durch seinen beschreibenden Erzählstil, enthält wieder surreale Elemente, wenn auch vergleichsweise wenige, und macht nachdenklich. Es tauchen wieder geheimnisvolle Charaktere auf und verschwinden auch genauso lautlos wieder, aber nicht ohne Fragen offen zu lassen oder dem Protagonisten etwas auf den Weg mitzugeben. Dies gibt viel Spielraum für Spekulationen und genau das gefällt mir sehr gut. Das Ende lässt ein paar Fragen offen, was mich generell nicht stört, aber doch kommt es mir an dieser Stelle etwas zu abrupt. Für meinen Geschmack hätte dieser Roman generell etwas länger sein, aber ich denke, dass die Leser, die sonst gewisse Längen in seinen Geschichten kritisieren, an diesem Werk nichts zu bemängeln haben.

Auch wenn sein neuer Roman nicht an die Komplexität von Mr. Aufziehvogel oder 1Q84 herankommt, hat er mir sehr gut gefallen und ich kann ihn vorbehaltslos weiterempfehlen.

vierkommafünf

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2 Gedanken zu „Buchvorstellung: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

  1. Das Buch klingt wirklich gut..im Moment ist es noch auf meiner Wunschliste, aber ich sollte es wohl bald mal nach Hause holen. 🙂 glg Franzi

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