Buchvorstellung: Delirium

 

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Delirium

von Lauren Oliver

409 Seiten (gebunden)

Carlsen Verlag GmbH

ISBN: 978-3551582324

Delirium ist der Auftakt der dystopischen „Amor“-Trilogie von Lauren Oliver. Die Kulisse der Geschichte ist die USA der Zukunft. Die Liebe wird als „Amor Deliria Nervosa“ deklariert und damit als eine Krankheit anerkannt. Einige Jahre später finden die Wissenschaftler eine Heilmethode durch eine Operation. Um die Menschen vor dieser epidemischen Krankheit zu schützen wurden die Grenzen nach außen komplett abgeriegelt. Um weitere Ansteckungen zu verhindern  wurden strenge Umgangsregeln, eine starke Leitung und Überwachung der Menschen vom Staat eingeführt.

Um der Infektion  vorzubeugen werden Jungen und Mädchen vor ihrer Heilung möglichst durch unterschiedliche Schulen und Ausgangssperren getrennt.  Erst wer geheilt wurde darf sich unbegrenzt draußen aufhalten und bekommt nach seiner Evaluierung aus einer kleinen Auswahl einen passenden Partnern zugeteilt.  Da es während der Operation gerade bei sehr jungen Menschen zu vermehrten Komplikationen und Nebenwirkungen kommt, wird diese möglichst erst mit 18 Jahren durchgeführt. Geheilt und verheiratete Menschen dürfen sich ebenfalls  nicht küssen, oder zärtliche Gesten zeigen, da dies als Symptome der Deliria angesehen wird. Auch das Tanzen, bestimmte Musik oder viele alte Bücher sind verboten. Telefongespräche werden per Zufallsprinzip abgehört, Hausdurchsuchungen durchgeführt. Die Heilung zieht viele Veränderungen nach sich. Die Personen sind gefühltechnisch abgestumpft, sie empfinden kaum mehr extreme Gefühle mehr wie Angst, Wut, Verzweiflung, Trauer oder Liebe. Dafür ist die Kriminalitätsrate bis auf ein paar kleinere Vorkommnisse fast auf null gesunken. Dem System entflohene, in der Wildnis lebende Menschen, werden als Invalide bezeichnet und vom Staat durch eine große Säuberungsaktion ausgelöscht. Sympathisanten mit allen gegenteiligen Ansichten werden lebenslang eingesperrt oder mit dem Tod bestraft.

Das Problem ist nur: nicht alle Operationen verlaufen mit Erfolg. Manchmal erleiden die Behandelten danach psychiatrische Störungen, geistige Retardierungen oder sterben und manchmal schlägt die Operation einfach nicht an und die Menschen können nicht aufhören zu lieben…

Die 17-jährige Protagonistin Lena Haloway wohnt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante und ihrem Onkel. Sie ist eher unauffällig, geht in die Abschlussklasse und läuft für ihr Leben gerne. Viel Zeit verbringt sie mit ihrer besten Freundin Hana. Nachdem am Tag der Evaluierung von Aufständigen eine Herde von Kühen in die Gebäude geschleust wird, die systemfeindliche Banner tragen und Hana auf einmal merkwürdige und verwirrende Äußerungen macht, bringt Lena dies zum Nachdenken und Zweifel fangen an sich an bei ihr regen, was noch dadurch verstärkt wird, dass während der Geschehnisse ein Wachmann sie von der Tribüne beobachtet,  zuzwinkert und verschwindet. Ein Verhalten wie es strengstens untersagt ist und in diesem Fall auch äußerst verdächtig wirkt.

Fazit:

Mir hat dieses Buch, bis auf sehr kleine Einzelheiten, sehr gut gefallen und ich habe es an zwei Abenden verschlungen. Dabei war es für mich zu keiner Zeit langatmig.  Es ließ sich sehr flüssig lesen und die Sprache war leicht aber dennoch sehr rund. Die Charaktere, besonders Hana und Lena, sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich konnte mich gut in sie hinein fühlen.

Besonders gut konnte ich auch die Entwicklung der Charaktere nachvollziehen. Das Gefühl der Sicherheit und Verbundenheit zum System auf der einen Seite und die auf einmal geweckte Neugier, dass es noch mehr zu erfahren geben könnte und der aufkommende Zweifel am System, auf der anderen.

Gut gelungen fand ich auch die Einschübe am Anfang der Kapitel, die durch Auszüge aus Gesetzen, Schriften und Lehrbüchern zur Krankheit eingeleitet wurden.

Mich hätten jedoch noch mehrere Einzelheiten zur genauen Heilung interessiert und manche Elemente erinnerten mich auch etwas an andere Bücher der gleichen Kategorie. Dennoch hat sich Lauren Oliver viele Gedanken zum vorherrschenden System und der Handlung  gemacht und sie sinnvoll miteinander verknüpft. Die Liebe als eine Krankheit ist eine interessante neue Idee. Die Handlung hielt einige Überraschungen für mich bereit, welche die Spannung für mich aufrecht gehalten haben.  Alles zusammen genommen war es ein sehr gutes und  lesenswertes Buch. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. 🙂

 vierkommafünf

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